Kroatien/Bari

Zagreb

Mit einem vollgepackten Fahrrad in einen Zug einzusteigen bedeutet immer Stress. Wo ist der Fahrradwaggon? Wie wird der Einstieg sein, hoffentlich nicht zu hoch… In den Osteuropäischen Zügen ist der Einstieg immer sehr hoch, was bedeutet schnell das Gepäck abzusatteln, es irgendwie in den Waggon zu wuchten, dabei den flehenden Blickkontakt zum Schaffner suchen, hoffend den richtigen Waggon erwischt zu haben, dann das Fahrrad schnappen und rein in den Zug. Ich habe es immer irgendwie schweißgebadet geschafft, mit den einen oder anderen Schwierigkeiten (falscher Waggon).

Ich kam auf jeden Fall in Zagreb an und bezog meine Unterkunft. 24 Stunden habe ich dort verbracht und mit dem Fahrrad die Stadt erkundet.

Zagreb ist eine sehr lebendige Stadt, es ist die Haupstadt Kroatiens. Ich habe in der Altstadt gewohnt, also mitten im Zentrum, dass ist bis tief in die Nacht mit Menschen gefüllt, viele Restaurants befinden sich dort. Ich war auf dem Wochenmarkt und auch in den Außenbezirken, dort habe ich die Moschee entdeckt, ebenso das einzige autonome Projekt. 

Ruhe habe ich in einem schönen Park gefunden.

Ich bin dann in den Nachtzug nach Split gestiegen. Hier war die Abfahrt angenehmer, es gab glücklicherweise noch andere Radreisende, wir haben uns gegenseitig unterstützt. Eine interessante Mitreisende war eine Dame aus Slowenien, geschätztes Alter Mitte 60. Sie war mit einem E-Bike unterwegs, Unmengen von Gepäck und einem Dackel, der in einer Tasche verpackt an ihrer Reise teilnahm. Mit vier Menschen haben wir es geschafft sie, ihren Dackel und das schwere Fahrrad in den Zug zu bekommen.  

Split

In Split war ich zwei Tage, eine Hafenstadt, ausgestattet mit einer wunderschönen Altstadt, mit kleinen schmucken Gassen, auch hier tobte das Leben.

 

Die Zugfahrt hierhin war toll, es ging über die Berge und frühmorgens vorbei an kleinen Bergdörfern. Der Bahnhof liegt direkt am Hafen, um 08.30 Uhr kam ich dort an und hatte noch Zeit um meine Unterkunft aufzusuchen, die in der Altstadt lag. Also habe ich in einer kleinen Gasse mein Rad abgestellt und erstmal einen Kaffee getrunken…

Split ist voll mit Touristen, auch hier halten zahlreiche Kreuzfahrtschiffe.

Die Stadt lebt von ihrer wirklich schönen Altstadt, den Blick auf die Berge und das Meer.

Sie ist allerdings auch sehr kostenintensiv.

Bargeld spielt in Kroatien überhaupt keine Rolle mehr, vielleicht noch in kleineren Orten im Landesinneren, ansonsten wird nur mit Karte bezahlt. 

Radfahrer habe ich außer mir keinen gesehen, es gibt wohl Touren in die Berge, dafür gab es Verleihstationen für E-Mountaibikes.

Blick von der Terrasse meiner Unterkunft

Ich habe mich dann entschieden den touristischen Orten an der Küste auf dem Weg nach Dubrovnik zu entziehen, auch weil das Verkehrsaufkommen auf meiner Route, der „Strada Magistrale“ (Küstenstraße) sehr hoch ist und es dort leider keinen Radweg gibt.

So habe ich ein Schnellboot bestiegen, um nach Dubrovnik zu kommen.

In Split konnte ich schon einen ersten Eindruck gewinnen, was mich in Dubrovnik erwarten würde…

Dubrovnik

Ankunft in Dubrovnik gegen 13:00 Uhr bei 35 Grad. 

Der Hafen liegt tief, heißt um überhaupt in die Stadt zu kommen, musst du erstmal „einen Berg besteigen“. Für mich bedeutete dass mal wieder „Schieben“. 

Ich hatte Dubrovnik eigentlich nur als Durchgangsstation geplant und mir eine kleine Etappe zu einem 15 Kilometer entfernten Campingplatz vorgenommen. Ich wollte dem touristischen Treiben nicht begegnen. 

Als ich dachte ich hätte den höchsten Punkt erreicht, etwa auf der Höhe der Altstadt, es ging auch ein Stück bergab, ging es weiter hoch - schiebend… und weiter hoch… Ich war schon 1,5 Stunden unterwegs, hatte schon einige Male schwer pumpend und schweißdurchtränkt Pausen gemacht, da fiel mein verzweifelter Blick auf mein Ziel, die schon erwähnte „Strada Magistrale“… ich sah Unmengen von Autos, Bussen und LKW und ich sah sie ganz weit oben… Autos rasten an mir vorbei… Stress… 

Also - Anhalten - Nachdenken - eine Entscheidung treffen…

Neue Pläne

Da saß ich da nun, mit bangem Blick nach oben, müde, kaputt… Die Erkenntnis wuchs, der Verstand schaltete sich ein - „ich werde das nicht schaffen“… 

Handy raus - nach Alternativen suchen… Ok - von Dubrovnik fährt eine Fähre nach Bari… von Bari fährt eine Fähre nach Korfu, von Korfu eine nach Albanien… Preise checken - Klick - gebucht… 

Unterkunft in Dubrovnik suchen, die Fähre nach Bari fährt erst in zwei Tagen. OK - Hostel in der Altstadt - Klick - gebucht… Umdrehen, den Berg vorsichtig hinabrollen und einchecken in der Unterkunft.

Das war allerdings gar nicht so leicht… Die Alstadt ist nur über steile Treppen nach unten erreichbar (es gibt nur einen Weg ohne Teppenstufen, den habe ich erst später erkundet), also Gepäck vom Rad, das Rad 200 Stufen runtertragen, dann das Gepäck holen und es ebenfalls nach unten transportieren, dass alles durch ein Menschengewimmel, welches mich mitleidig und irritiert betrachtete… Ich bin wohl der einzige Mensch der jemals in diesen Ort mit einem Fahrrad gekommen ist… 

Bari

Eine interessante Begegnung

Ankunft im Hafen von Bari um 18:00 Uhr. Ein imposanter Hafen! 

Meine Unterkunft lag etwas außerhalb vom Stadtzentrum, der Weg führte an der Küste, der Strandstraße entlang und es war flach, was für eine schöne Erfahrung.

Die nächsten zwei Tage also Bari - zwei tolle Tage!

Dolce Vita in Italia… das passte! 

Direkt in meiner Umgebung ein einfaches Café, mit tollem Gebäck und einem fantastischen Cappuccino, alles so schön normal und unaufgeregt, nicht so durchorganisiert und kommerzialisiert wie die Städte in Kroatien. 

Ich fühlte mich direkt wohl!!

Bahari

Ein besonderes Erlebnis hatte ich hier. Das Restaurant „Bahari“. Ganz unscheinbar, direkt bei mir um die Ecke, mit unglaublich gutes Essen und netten Menschen, mit denen ich einen richtig schönen Abend verbracht habe.

Ich habe das „Barische Stadtgericht“ gegessen, „Spaghetti all‘assassina“, übersetzt „Verbrannte Nudeln“, dann natürlich einen Espresso und einen richtig guten Grappa.

Altstadt

Ebenso unaufgeregt, mit schönen lebendigen Gassen.

Strand

100 Meter von meiner Unterkunft entfernt war ein Strand. Endlich Meer!!

Blick auf den Hafen

Ich hätte noch länger in Bari verweilen können, aber die Fähre nach Corfu war schon gebucht. Es war eine Nachtfähre, sie fuhr um 20:00 Uhr in Bari ab.

Ciao Bella Italia!!!

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